Beratung von neu zugwanderten Menschen und Flüchtlingen gewinnt immer mehr an Bedeutung
Das interkulturelle Begegnungszentrum Centro S. Antonio wurde von vielen ukrainischen Menschen besucht. Der Grund dafür war eine Informationsveranstaltung zum Thema "Meine erste Wohnung in Deutschland", die Tatjana Isbrecht, Beraterin in der Migrationsberatung für Erwachsene der Caritas Rheine, organisiert und durchgeführt hat. Die Idee zu der Veranstaltung ergab sich aus den vielen Anfragen der Ratsuchenden in der Vergangenheit. Die Nachfrage ist so hoch, dass Tatjana Isbrecht sich kurzerhand dazu entschied, in einem Gruppenangebot gleich mehreren Ratsuchenden Informationen mitzugeben. Inhaltlich wurden Themen wie Mietverträge, Wohngeld oder Heizverhalten besprochen.
Neben den spezifischen Anforderungen, die die Beratung der ukrainischen Geflüchteten in der Migrationsberatung beinhaltet, sehen sich die Beraterinnen aus Rheine auch auf Grund steigender Beratungsanfragen von EU-Bürgerinnen und Bürgern konfrontiert. Für ein Beratungsgespräch mit unterschiedlichsten Themenfelder wie Krankenversicherungsschutz, Anspruch auf soziale Leistungen, steigende Energiekosten und auch Wohnungsnot benötigt man Zeit. Besonders die steigenden Energiekosten und die Folgen der Inflation beschäftigen viele Ratsuchende emotional, die den Weg in die Beratung finden.
Eine weitere Herausforderung, der sich die Ratsuchenden gegenübersehen, ist die Antragsstellung bei unterschiedlichen Behörden. Die sprachlichen Barrieren der deutschen Sprache, können dabei oft nicht allein von den Ratsuchenden überwunden werden. In den meisten Fällen überwiegen die Unsicherheit und Angst davor einen Fehler zu machen, sodass der Weg in die Beratung gesucht wird.
Eine erhöhte Nachfrage ist nicht nur in der Beratung von Migranten zu vermerken, sondern auch in dem Angebot des Sprachmittler-Pools. Welcher auch von der Migrationsberatung koordiniert wird. Die Anfragen haben sich in den letzten Monaten mehr als verdoppelt und sie steigen weiter an. Der Sprachmittler-Pool wird seit 2015 vom Fachdienst Migration und Integration angeboten und soll sowohl Ratsuchenden als auch Einrichtungen und Institutionen bei Terminen helfen. Oft werden neben sprachlichen auch kulturelle Differenzen durch die Sprachmittler vermittelt, sodass ein besseres Verständnis füreinander und Umgang miteinander ermöglicht wird.