
Als das Kaffeehaus am Staelschen Hof im Jahr 2001 seine Türen öffnete, zahlten die Menschen noch mit D-Mark. Seitdem hat sich nicht nur die Welt verändert, sondern auch das beliebte Café im Gebäudekomplex der Bönekerskapelle in Rheine. Geblieben sind die persönliche Atmosphäre, das Miteinander und die Idee, Inklusion im Arbeitsalltag selbstverständlich zu leben.
Zu Beginn verfügte das Kaffeehaus lediglich über einen Gastraum. In unmittelbarer Nähe befanden sich damals noch ein großes Kaufhaus und verschiedene Arztpraxen, sodass viele Gäste vor oder nach ihren Erledigungen im Kaffeehaus einkehrten. Mit den Jahren wurde das Angebot an Speisen und Getränken kontinuierlich erweitert. Ein zweiter Gastraum, die sogenannte "Gute Stube", schuf zusätzliche Plätze für Gäste. Gleichzeitig wuchs auch das Team.
Schon bei seiner Eröffnung war das Konzept des Kaffeehauses etwas Besonderes. Als Inklusionsunternehmen beschäftigt es Menschen mit und ohne Behinderung auf sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen. Ergänzt wird das Team durch Beschäftigte der Caritas-Emstor-Werkstätten, die dort auf Außenarbeitsplätzen tätig sind. Damit ist das Kaffeehaus nicht nur ein Ort zum Frühstücken, Mittagessen oder Kaffeetrinken, sondern zugleich ein Arbeitsplatz, an dem Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen gemeinsam Verantwortung übernehmen. Für die Beschäftigten bietet das Kaffeehaus die Möglichkeit, neue Aufgaben kennenzulernen, praktische Erfahrungen zu sammeln und sich beruflich weiterzuentwickeln.
Regionalität und Handarbeit stehen im Mittelpunkt
Das gastronomische Angebot hat sich im Laufe der Jahre deutlich entwickelt. Heute können Gäste im Kaffeehaus frühstücken und dabei möglichst regionale Produkte und vieles aus eigener Herstellung genießen. Viele Spezialitäten entstehen direkt vor Ort. So wird das Brot im Haus selbst gebacken. Zwei wechselnde Mittagsmenüs ergänzen die Speisekarte und bieten neben À-la-carte-Gerichten zusätzliche Auswahlmöglichkeiten.
Auch Kaffeespezialitäten sowie Kuchen und Torten gehören selbstverständlich zum Sortiment. Kuchen und Torten werden ebenso wie verschiedene weitere Spezialitäten in eigener Herstellung gefertigt. Darüber hinaus umfasst das Angebot verschiedene hausgemachte Produkte wie Kekse, Marmeladen oder eingelegtes Gemüse, die sich zum Mitnehmen oder Verschenken eignen.
Für private Feiern oder Veranstaltungen können zudem Torten, Kuchen, belegte Brötchen und Fingerfood bestellt werden. Wer im größeren Kreis feiern möchte, kann die "Gute Stube" reservieren und dabei den Service des Kaffeehauses in Anspruch nehmen.
Freundlicher Service als Markenzeichen
Ein wesentliches Merkmal des Kaffeehauses ist nach wie vor die persönliche und herzliche Atmosphäre. Zum Kaffee gehört für das Team deshalb nicht nur eine gute Tasse, sondern auch ein freundlicher Empfang. Viele Stammgäste schätzen neben den Speisen und Getränken besonders die Gespräche mit den Servicekräften.
Die abwechslungsreiche Speisekarte sorgt zudem dafür, dass immer wieder neue Gerichte ausprobiert werden können. Menschen mit Behinderungen übernehmen im Arbeitsalltag dieselben Aufgaben wie ihre Kolleginnen und Kollegen ohne Behinderungen. Sie arbeiten im Service, unterstützen bei den Vor- und Nachbereitungen und bringen sich auch über den klassischen Café-Alltag hinaus ein.
Auch die Social-Media-Präsenz des Hauses wird aktiv mitgestaltet: Vor allem auf Instagram erstellen die Integrationskräfte Beiträge und Fotos für die Kanäle des Kaffeehauses.
Ein kostenloses WLAN-Angebot ermöglicht den Gästen den Zugang zu digitalen Informationen, während die klassische Tageszeitung weiterhin ihren festen Platz im Café hat.
Mit Zuversicht in die Zukunft
Aktuell wird das Umfeld des Kaffeehauses durch die Baustelle am Staelschen Hof geprägt. Dennoch blickt das Team optimistisch auf die kommenden Entwicklungen. Insbesondere das entstehende Hotel in der Nachbarschaft bietet neue Perspektiven. Erste Gespräche mit dem Betreiber haben bereits stattgefunden. Dabei standen vor allem gemeinsame Möglichkeiten und Synergieeffekte im Mittelpunkt. Für das Kaffeehaus eröffnet die Entwicklung des Standorts damit zusätzliche Chancen für die Zukunft. Nach 25 Jahren soll das Kaffeehaus weiterhin ein Ort bleiben, an dem Menschen gerne arbeiten, Gäste sich willkommen fühlen und Inklusion ganz selbstverständlich zum Alltag gehört.
Jubiläumswoche im September
Das 25-jährige Bestehen wird vom 15. bis 19. September 2026 mit einer besonderen Jubiläumswoche gefeiert. Im Mittelpunkt stehen dabei diejenigen, die das Kaffeehaus über die vergangenen 25 Jahre geprägt haben: die Gäste und das Team.
Neben einer festlichen Geburtstagsdekoration erwartet die Besucher ein Gewinnspiel. Außerdem können alte D-Mark-Münzen und -Scheine in einem Spendentopf abgegeben werden. Die Aktion erinnert an die Gründungszeit des Kaffeehauses und schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Ergänzt wird die Festwoche durch eine Sonderspeisekarte mit typischen westfälischen Gerichten. Sie soll Gäste zum Verweilen einladen und Raum für Gespräche und Erinnerungen an die vergangenen 25 Jahre schaffen.
Denn eines hat sich seit 2001 nicht verändert: Im Kaffeehaus am Staelschen Hof geht es um mehr als Kaffee und Kuchen. Es geht um Begegnung, Gemeinschaft und darum, dass Inklusion ganz selbstverständlich schmecken darf.