Sebastian Dirkes, Beschäftigter der Caritas-Emstor-Werkstätten und McDonald's-Franchisenehmerin Stefanie Reidegeld
Was als klassischer Außenarbeitsplatz mit einigen Stunden täglicher Beschäftigung begann, hat sich zu einer bemerkenswerten Erfolgsgeschichte entwickelt. Durch die Zusammenarbeit zwischen den Caritas-Emstor-Werkstätten und der Rheiner McDonald's-Franchisenehmerin Stefanie Reidegeld konnte für Sebastian Dirkes ein Arbeitsplatz geschaffen werden, der ihm neue Perspektiven eröffnet und gleichzeitig zeigt, wie Inklusion im Arbeitsleben gelingen kann.
Die Idee entstand, als Stefanie Reidegeld auf den Bürgermeister Dr. Peter Lüttmann zuging. Über den Caritas-Vorstand Dieter Fühner wurde der Kontakt zu den Caritas-Emstor-Werkstätten hergestellt. Die Werkstätten suchten nach einer Person, die rund um ihre Filiale am Bahnhof in Rheine für Ordnung und Sauberkeit sorgt. Vorgesehen war zunächst, in einem festgelegten Umkreis um das Restaurant regelmäßig McDonald's-Verpackungen einzusammeln, um den Außenbereich der Filiale sauber und gepflegt zu halten.
Gemeinsam machten sich die Mitarbeitenden des Sozialen Dienstes und der Jobcoach Damian Pyplacz von den Caritas-Emstor-Werkstätten auf die Suche nach einer geeigneten Person. Mit Sebastian Dirkes wurde schließlich ein Beschäftigter gefunden, der Interesse an dem Außenarbeitsplatz zeigte und den Mut hatte, neue Wege zu gehen.
Nach den ersten Gesprächen und dem gegenseitigen Kennenlernen nahm das Projekt schnell Fahrt auf. Ursprünglich war geplant, dass Sebastian Dirkes täglich drei bis vier Stunden in den Morgenstunden die Reinigungsarbeiten rund um die Filiale übernimmt. Doch schon nach kurzer Zeit wurde deutlich, dass seine Fähigkeiten weit über das ursprünglich vorgesehene Aufgabengebiet hinausgehen.
Heute ist Sebastian Dirkes weiterhin Beschäftigter der Caritas-Emstor-Werkstätten, arbeitet jedoch in Vollzeit auf seinem Außenarbeitsplatz bei McDonald's. Neben den ursprünglich geplanten Tätigkeiten ist er mittlerweile fest in den Restaurantalltag eingebunden. Er bringt Essenstabletts zu den Gästen, räumt Tische ab, unterstützt bei der Sauberkeit im Gästebereich und hilft bei Bedarf auch bei der Bearbeitung von Bestellungen.
Besonders erfreulich verlief die Einarbeitung. Jobcoach Damian Pyplacz begleitete den Prozess und unterstützte Sebastian Dirkes sowie die Mitarbeitenden von McDonald's. Sebastian Dirkes fand schnell seinen Platz im Team und arbeitete sich mit großer Motivation und Eigenständigkeit in seine Aufgaben ein.
Für Stefanie Reidegeld ist das Projekt ein voller Erfolg. Auch die Kolleginnen und Kollegen sowie die Kundschaft schätzen Sebastian als freundlichen und engagierten Mitarbeiter. Die positive Entwicklung zeigt, welches Potenzial in Außenarbeitsplätzen steckt, wenn Unternehmen den Mut haben, offen auf Menschen mit Behinderung zuzugehen und ihnen echte Chancen bieten. Gleichzeitig erfüllen Außenarbeitsplätze einen wichtigen Auftrag der Werkstätten: Sie fördern die persönliche Entwicklung und Qualifizierung der Beschäftigten und schaffen Brücken auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Ziel ist es, individuelle Fähigkeiten weiter auszubauen und - wenn die Voraussetzungen gegeben sind - den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen.
Die Geschichte von Sebastian Dirkes macht deutlich, wie erfolgreich Inklusion gelingen kann, wenn Engagement, Vertrauen und Offenheit aufeinandertreffen. Aus einer zunächst kleinen Idee ist ein Vorzeigeprojekt entstanden, von dem alle Beteiligten profitieren. Vor allem aber zeigt es, dass Menschen manchmal nur die richtige Gelegenheit benötigen, um über sich hinauszuwachsen und neue Perspektiven für ihre berufliche Zukunft zu entdecken.
Aktionstag
Am Dienstag, 22. September 2026, planen die Caritas-Emstor-Werkstätten, die Caritas-Werkstatt Langenhorst und die Ledder-Werkstätten, einen Aktionstag zum Thema "Neue Talente entdecken - Menschen mit Beeinträchtigungen im Unternehmen".
Der Tag fokussiert Wege aus Werkstätten in den Arbeitsmarkt und stellt Möglichkeiten des schrittweisen Übergangs vor. Entscheidend: die Einbindung der Unternehmen. Deshalb möchte der Tag Firmen informieren über Chancen, Unterstützung und den Mehrwert, wenn Menschen mit Behinderung im Unternehmen tätig sind. Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, hat seine Teilnahme zugesagt. Die drei Werkstätten gehören zum "Bündnis Inklusion Münsterland". Dazu zählen auch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), die Arbeitsagentur, Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, der Integrationsfachdienst, das Jobcenter und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft WESt.