Der Projektchor des ambulanten Hospizdienstes der Caritas Rheine.
Vor 25 Jahren gründeten zwölf engagierte Personen unter dem Dach von Caritas und Diakonie den Hospizdienst. Sie verstanden sich als Teil einer bundesweiten Bürgerbewegung in der Sorge um ihre Mitmenschen am Lebensende. Ihr Ziel war es, sterbende Menschen und ihre Angehörigen zu unterstützen und Sterbenden einen Abschied in Würde und Selbstbestimmung zu ermöglichen. Darüber hinaus wollten sie dazu beitragen Sterben, Tod und Trauer im gesellschaftlichen Alltag wieder als selbstverständlichen Bestandteil des Lebens zu betrachten.
Anfangs wurde das Vorhaben der Hospizgruppe durchaus mit einer gewissen Skepsis betrachtet. In vielen privaten und öffentlichen Gesprächen konnten die Initiatorinnen andere nach und nach von ihren Ideen überzeugen und wurden immer häufiger zu sterbenden Menschen gerufen. Bereits im Jahr 1997 wurden 27 sterbende Menschen von der Hospizgruppe begleitet. Neben den Sterbebegleitungen wurden eifrig weitere Mitstreiter gesucht, gefunden und sorgfältig auf ihre Aufgabe vorbereitet. Ab 2007 wandte sich die Hospizgruppe einer weiteren Aufgabe zu: das Trauercafé im Basilika-Forum wurde gegründet, das seitdem Trauernden einen Ort anbietet um mit der Trauer nicht allein zu bleiben und Trost zu finden.
Ein anderer Teil der Hospizgruppe beschäftigte sich mit dem Projekt "Hospiz macht Schule". Hier werden Grundschulkinder mit Hilfe eines altersgerechten und kreativen Konzeptes mit den Themen Leid, Krankheit, Tod und Trauer vertraut gemacht. Sie erfahren dabei auch, wie wichtig das Zulassen von Gefühlen, Gemeinschaft und Trost in schweren Zeiten sein kann. Ebenfalls 2007 konnte mit einer ersten Projektwoche begonnen werden. In den folgenden Jahren hat sich der Kreis der ehrenamtlichen Hospizbegleiter kontinuierlich erweitert, was auch notwendig war, denn die Anzahl der Menschen, die Beratung und Begleitung suchten ist stetig gewachsen.
Das ökumenisch ambulante Hospiz steht mittlerweile nicht mehr allein mit seinen Anliegen sterbende Menschen gut zu betreuen und zu versorgen. Der Hospizgedanke hat 2009 Einzug in die Sozialgesetzgebung gefunden und so gibt es heute Palliativpflegedienste, Haus-und Fachärzte, die sich palliativmedizinisch weitergebildet und zu Netzwerken zusammengeschlossen haben, Senioreneinrichtungen mit hospizlichen Konzepten neben den stationären Hospizen und Palliativstationen. Dies hat eindeutig zu einer Verbesserung in der Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen geführt. Die begrüßenswerte Zunahme an Institutionalisierung und Professionalisierung ist jedoch nicht ohne problematische Auswirkungen auf das Ehrenamt zu sehen. Ehrenamtliche Hospizbegleiter sind keine bezahlten Dienstleister. Die Hospizbegleiter bringen Zeit mit - Zeit, für die, die nicht mehr viel Zeit haben und Zeit die Hauptamtlichen im Gesundheitsbereich oft fehlt. Sie begegnen Sterbenden und deren Angehörigen als menschlich mitfühlende Personen, und versuchen einen Teil der Last mitzutragen.
Für weitere Fragen steht Anna Zeitler, Koordinatorin des ökumenisch ambulanten Hospizes gerne unter der Telefonnummer 05971 862-347 zur Verfügung.