Minister Laumann spricht während der Podiumsdiskussion vor rund 60 Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen und Interessensvertretungen der Wirtschaftsregion im Kreis Steinfurt.Caritas Rheine
Gemeinsame Premiere für die die Caritas-Emstor-Werkstätten Rheine, die Caritaswerkstätten Langenhorst und die Ledder Werkstätten: Zum Aktionstag "Neue Talente entdecken: Menschen mit Behinderung in Unternehmen" hatten die drei Einrichtungen am 22. September eingeladen. Etwa 60 Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen und Interessensvertretungen der Wirtschaftsregion im Kreis Steinfurt, und Bündnispartner der Kampagne "Inklusion-Münsterland" (Agentur für Arbeit, Kammern, Kreishandwerkerschaft, Jobcenter, LWL) kamen ins Südstadtquartier der IVZ nach Ibbenbüren.
Das interessierte Publikum erhielt beeindruckende Erfahrungsberichte von Menschen mit Behinderung, den arbeitsplatzbietenden Unternehmen und den unterstützenden Tätigkeiten des Fachpersonals der Werkstätten.
Allein die Caritas-Emstor-Werkstätten bieten aktuell fast 40 sogenannte Außenarbeitsplätze an. Ergänzt wird dieses Angebot durch eine Vielzahl an Erprobungs-Praktika für Personen, die den Schritt in einen Betrieb des allgemeinen Arbeitsmarktes wagen wollen. So gelingen auch Übergänge aus einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung in eine sozialversicherungspflichtige Anstellung in einem Unternehmen.
"Firmen sollten es einfach ausprobieren", sagte Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, der den Unternehmensvertretern am Podium Lars Albermann (Leiter-Ersatzteilwesen KRONE GmbH & Co. KG), Nazan Uskaner (Edeka) und Sabrina Rauf (Taxi-Rauf) ausdrücklich für ihr Engagement dankte. Die drei berich-teten später knapp und eindrücklich am Podium, wie Inklusion in ihren Unternehmen funktioniert.
Auf die unglaublich große Vielfalt an Talenten spielte Udo Nospickel (Werkstattleitung der Caritas-Emstor-Werkstätten) an: "Wir haben zusammen fast 2.500 Talente, die wir gemeinsam in Arbeit bringen. Wir müssen Mut machen, diese Talente zu entdecken. Jeder Mensch will notwendig sein!"
Minister Laumann vermutete "viele Informationsdefizite bei Firmen". Immerhin rund 3,6 Prozent der Beschäftigten würden schließlich inzwischen jährlich den Weg auf den allgemeinen Arbeitsmarkt wagen. Das sei ein "bunter Strauß" an möglichen Wegen und dann gebe es ja auch noch die Inklusionsunternehmen. Wichtig für diese Menschen: das Rückkehrrecht in die Werkstatt. Der Minister hält die möglichst frühe Förderung, schon während der Beruflichen Bildung, für sehr wichtig. Und: "Alle Werkstätten haben längst eine gute Struktur zur Identifikation dieser Personen entwickelt." Trotzdem hält der Minister Werkstätten für "unverzichtbar".
Dann bat Moderator Christian Holterhues von der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft-Steinfurt (WeST) Beschäftigte aufs Podium, die von sich und der Arbeit in "ihrer" Firma berichteten. Das neue Krone-Ersatzteillager in Spelle mit der Außenarbeitsgruppe der Caritas-Emstor-Werkstätten, oder der Edeka-Markt und der Dorfladen im Greven-Gimbte, alle Personen sind an Ihren Arbeitsplätzen bestens integriert und gehen Ihrer Arbeit erfolgreich nach.
"Neue Talente entdecken" setzt den Weg fort, den das "Bündnis für Arbeit und Inklusion im Kreis Steinfurt", in dem auch die drei Werkstätten mitarbeiten, seit Jahren geht: Austauschformate, Infoveranstaltungen und immer praktische Beispiele würden neue Beschäftigungsperspektiven geben, so Christian Holterhues.
Wie sagte Minister Karl-Josef Laumann beim Aktionstag: "Arbeit ist immer noch der beste Ort für eine gelingende Inklusion!"