Positionierung

Flucht und Zuwanderung

Bild der Caritas-Kampagne 2014 'Weit weg ist näher, als Du denkst' mit dem Mitiv 'Flucht'. Flüchtlinge stehen an der Grenze.

Nachdem noch vor wenigen Jahren die Zugangszahlen in Deutschland auf einem niedrigen Niveau waren, hat sich dies massiv geändert. Auch die Zahl der Arbeitsmigranten ist durch den Beitritt neuer Länder in die Europäische Union beziehungsweise den Eintritt der Freizügigkeit und des Arbeitsmarktzuganges angestiegen. 

Von geschätzten weit über 40 Millionen Flüchtlingen weltweit fliehen über 90 Prozent innerhalb ihres Landes oder in angrenzende Staaten. Die "theoretischen" Diskussionen darüber, ob Deutschland 20.000, 50.000 oder 100.000 Flüchtlinge aus Syrien außerhalb des Asylverfahrens aufnehmen soll, führen zu nichts, solange - von wenigen Ausnahmen abgesehen - nur Menschen kommen dürfen, die selbst oder deren Verwandte in Deutschland die Kosten für den Lebensunterhalt und die Unterbringung übernehmen. 

Aber nicht nur Deutschland, ganz Europa schottet sich ab. Erst der Tod hunderter Menschen, die auf überfüllten Kähnen in Seenot gerieten und ertranken, sowie der Besuch von Papst Franziskus auf Lampedusa hat den Blick der Öffentlichkeit wieder dorthin gerichtet. 

Wir brauchen eine menschenwürdige lokale Flüchtlingspolitik

  • Flüchtlinge benötigen während des Asylverfahrens kreisweite Möglichkeiten der Beratung.
  • Asylbewerber sind dezentral im Stadtgebiet verteilt in städtischen Unterkünften unterzubringen.
  • Viele Flüchtlinge haben psychische Leiden und bedürfen eines Therapieangebotes.
  • Für Flüchtlinge muss ein qualifiziertes kreisweites Angebot von Sprachkursen vorgehalten werden.
  • Die Pfarrcaritas engagiert sich vorbildlich in der Bereitstellung von Spenden für Notfälle und Soforthilfen. Dennoch ist der Bedarf größer als die Möglichkeiten der Gemeinden.
  • Ehrenamtliches Engagement wird dringend benötigt und muss gefördert werden.

Aufgrund der demographischen Entwicklung und des Fachkräftemangels besteht Interesse an einer neuen Zuwanderung. Im Kreis Steinfurt ist bereits ein Fachkräftemangel in verschiedenen Wirtschaftszweigen zu verzeichnen. Es sind Verdrängungsprozesse zu beobachten, die Arbeitskräfte zwingen, ihre Herkunftsländer zu verlassen. 

Wir wollen eine verantwortungsvolle Arbeitsmigration

  • Bereits hier lebende Arbeitskräfte sollen für den Arbeitsmarkt gewonnen werden. Ausländische Abschlüsse müssen anerkannt werden.
  • Die positive Wirkung der Migration muss durch geeignete Maßnahmen und spezifische Beratungsangebote gestärkt werden.
  • Das Recht auf europäische Freizügigkeit darf nicht eingeschränkt werden. Sozialleistungen müssen gewährt werden.
  • Für Quereinsteiger müssen Strukturen des Überganges geschaffen werden.
  • Im Kreis Steinfurt sollte ein Integrations- und Migrationsmanagement eingeführt werden.

Die erfolgreiche Integration der in unserem Land lebenden Zuwanderer ist Voraussetzung für den sozialen Zusammenhalt und das friedliche Miteinander unserer Gesellschaft. Wir alle sind aufgerufen, eine Willkommenskultur zu entwickeln und mitzugestalten.

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