Caritasverband Rheine, 09.02.2010

Beispiel für Solidarität und Nächstenliebe

Zwei Jahre Rheiner Tafel im Caritas-Sozialkaufhaus Brauchbar & Co.

Rheine. cpr. Dienstags und freitags wird es im Caritas-Sozialkaufhaus Brauchbar & Co. besonders voll, denn dann sind die Öffnungszeiten der Rheiner Tafel. Mit Regelmäßigkeit kommen zur Öffnung über 200 Kunden, die für einen Korb Lebensmittel einen kleinen Obolus von zwei Euro zahlen. Über 800 Haushalte haben sich bei der Rheiner Tafel als Kunden registrieren lassen, weil ihr Einkommen so gering ist, dass sie nur mit dieser günstigen Einkaufsmöglichkeit mit ihrem Geld auskommen. Damit wird nur ein Teil der an der Armutsgrenze lebenden Menschen in Rheine und Umgebung erreicht, denn als Empfänger von Sozialleistungen leben in der Stadt mehr als 6.500 Menschen in über 3.500 Haushalten an der Armutsgrenze.

Das diese Menschen vor Ort Hilfe bekommen sollen, dafür gibt es eine breite Unterstützung in der gesamten Bevölkerung, die nicht nur bei Lippenbekenntnissen bleibt, sondern an vielen Stellen ganz konkret wird. Grundlage dieser breiten Solidaritätsbewegung sind die fünfzig Ehrenamtlichen der Tafel, ergänzt in Brauchbar & Co. durch weitere dreißig ehrenamtliche Mitstreiter im Bereich Kleidung und Babyausstattung. Sie alle engagieren sich wöchentlich bei der Gesamtorganisation, der Vorbereitung der Ware und dem Verkauf. „Sie sind das Rückgrat von Brauchbar & Co. ohne deren Hilfe das Angebot im Sozialkaufhaus nicht denkbar wäre“, erklärt Caritasdirektorin Irene Reddmann. Viele Lebensmittelgeschäfte und -produzenten tragen mit ihren regelmäßigen Warenspenden zur Grundausstattung des Warenangebots bei. Auch gibt es eine lange Liste von Firmen, Gruppen und Einzelpersonen, die durch ihre Geldspenden entscheidend für ausreichende Rahmenbedingungen wie ansprechende Verkaufsräume, Lagermöglichkeiten, benötigte Transportfahrzeugen oder laufenden Kosten sorgen, die der Caritasverband als Träger allein nicht aufbringen könnte.

Besonders viele Menschen beteiligen sich an den Aufrufen, mit direkten Lebensmittelspenden das Warenangebot der Tafel zu ergänzen, denn die steigende Nachfrage macht die ausreichende Versorgung der Kunden immer schwieriger. „Ein Pfund mehr“ ist mittlerweile in den Rheiner Kirchen konfessionsübergreifend zum geflügelten Wort geworden. Es ist bereits Tradition, dass in der Fastenzeit und zum Erntedankfest unter diesem Motto haltbare Lebensmittel in den Kirchen gesammelt werden. Mehrere Tonnen Lebensmittel drücken aus, dass aus der Mitte der Gesellschaft auch die Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen eher am Rande leben, nicht vergessen, sondern unterstützt und einbezogen werden.

Im vergangenen Jahr hat sich eine neue Initiative entwickelt. Unter dem Titel „Teilen wie St. Martin“ sammeln Tageseinrichtungen im gesamten Kreis Steinfurt für die Tafeln Lebensmittel um ganz praktisch zu helfen. In Rheine sind es allein zwölf Kindergärten, die sich auf diese Weise engagieren. Auch die Kleinsten unter uns lernen so, dass es nicht allen gleich gut geht und es auf jeden einzelnen ankommt um ein Stück mehr Wärme in die Welt zu bringen, so wie es St. Martin vorgelebt hat. Die Kinder, ihre Familien und die Erzieherinnen erleben dabei, wie viel Freude Teilen macht. „Allen, die auf ihre Weise solidarisch die Tafel und natürlich auch andere Aufgaben der Caritas unterstützen, ein ganz herzliches Danke schön“, so Reddmann abschließend.

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