Beispiel für Solidarität und Nächstenliebe
Zwei Jahre Rheiner Tafel im Caritas-Sozialkaufhaus Brauchbar & Co.
Rheine. cpr.
Dienstags
und freitags wird es im Caritas-Sozialkaufhaus Brauchbar & Co. besonders
voll, denn dann sind die Öffnungszeiten der Rheiner Tafel. Mit Regelmäßigkeit
kommen zur Öffnung über 200 Kunden, die für einen Korb Lebensmittel einen
kleinen Obolus von zwei Euro zahlen. Über 800 Haushalte haben sich bei der
Rheiner Tafel als Kunden registrieren lassen, weil ihr Einkommen so gering ist,
dass sie nur mit dieser günstigen Einkaufsmöglichkeit mit ihrem Geld auskommen.
Damit wird nur ein Teil der an der Armutsgrenze lebenden Menschen in Rheine und
Umgebung erreicht, denn als Empfänger von Sozialleistungen leben in der Stadt
mehr als 6.500 Menschen in über 3.500 Haushalten an der Armutsgrenze.
Das diese Menschen vor Ort Hilfe bekommen sollen, dafür gibt es eine breite
Unterstützung in der gesamten Bevölkerung, die nicht nur bei
Lippenbekenntnissen bleibt, sondern an vielen Stellen ganz konkret wird. Grundlage
dieser breiten Solidaritätsbewegung sind die fünfzig Ehrenamtlichen der Tafel, ergänzt
in Brauchbar & Co. durch weitere dreißig ehrenamtliche Mitstreiter im Bereich
Kleidung und Babyausstattung. Sie alle engagieren sich wöchentlich bei der Gesamtorganisation,
der Vorbereitung der Ware und dem Verkauf. „Sie sind das Rückgrat von Brauchbar
& Co. ohne deren Hilfe das Angebot im Sozialkaufhaus nicht denkbar wäre“,
erklärt Caritasdirektorin Irene Reddmann. Viele Lebensmittelgeschäfte und
-produzenten tragen mit ihren regelmäßigen Warenspenden zur Grundausstattung
des Warenangebots bei. Auch gibt es eine lange Liste von Firmen, Gruppen und
Einzelpersonen, die durch ihre Geldspenden entscheidend für ausreichende Rahmenbedingungen
wie ansprechende Verkaufsräume, Lagermöglichkeiten, benötigte Transportfahrzeugen
oder laufenden Kosten sorgen, die der Caritasverband als Träger allein nicht aufbringen
könnte.
Besonders viele Menschen beteiligen sich an den Aufrufen, mit direkten
Lebensmittelspenden das Warenangebot der Tafel zu ergänzen, denn die steigende
Nachfrage macht die ausreichende Versorgung der Kunden immer schwieriger. „Ein
Pfund mehr“ ist mittlerweile in den Rheiner Kirchen konfessionsübergreifend zum
geflügelten Wort geworden. Es ist bereits Tradition, dass in der Fastenzeit und
zum Erntedankfest unter diesem Motto haltbare Lebensmittel in den Kirchen gesammelt
werden. Mehrere Tonnen Lebensmittel drücken aus, dass aus der Mitte der
Gesellschaft auch die Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen eher am
Rande leben, nicht vergessen, sondern unterstützt und einbezogen werden.
Im vergangenen Jahr hat sich eine neue Initiative entwickelt. Unter dem Titel
„Teilen wie St. Martin“ sammeln Tageseinrichtungen im gesamten Kreis Steinfurt
für die Tafeln Lebensmittel um ganz praktisch zu helfen. In Rheine sind es
allein zwölf Kindergärten, die sich auf diese Weise engagieren. Auch die
Kleinsten unter uns lernen so, dass es nicht allen gleich gut geht und es auf
jeden einzelnen ankommt um ein Stück mehr Wärme in die Welt zu bringen, so wie
es St. Martin vorgelebt hat. Die Kinder, ihre Familien und die Erzieherinnen
erleben dabei, wie viel Freude Teilen macht. „Allen, die auf ihre Weise
solidarisch die Tafel und natürlich auch andere Aufgaben der Caritas unterstützen,
ein ganz herzliches Danke schön“, so Reddmann abschließend.
