Wer träumt nicht vom großen Glück
Fachstelle Glücksspielsucht der Caritas-Suchtkrankenhilfe bietet kompetente und vertrauliche Hilfe für glückspielsüchtige Menschen
Rheine. cpr.
Wer träumt nicht vom großen
Spielglück, das scheinbar schnell und unkompliziert zu haben ist? Und oftmals
scheint es gerade zu Anfang einer „Spielerkarriere“ zu funktionieren. Es kommt
die Serie, die Chance, den großen Jackpot zu knacken, verbunden mit dem Gefühl
„Ja siehst Du, es geht doch und dazu noch so einfach!“. Aus den gelegentlichen
und anfänglich harmlosen Besuchen in der Spielothek wird oftmals doch ein
häufigeres „Vergnügen“. Es ist angenehm dort, neben der Möglichkeit zu gewinnen
stört niemand und ein Kaffee ist auch zu haben. Hier kann man abschalten, den
Alltag mit all seinen Schwierigkeiten für eine Weile vor der Tür lassen und
wenn dazu noch regelmäßig die Kasse klingelt ist es doch eigentlich perfekt
oder?
Ja, das wäre ein schöner Traum wenn nicht die jetzt häufiger werdenden
schlechten Tage überwiegen würden, mit großen finanziellen Verlusten und den
vergeblichen und zunehmend verzweifelten Bemühungen sich das Geld zurückzuholen.
„In dieser Situation liegt bereits ein problematisches Spielverhalten vor und
die Fähigkeit das Spiel verantwortungsvoll zu steuern nimmt weiter ab“, erklärt
Frank Schoppe von der Ambulanten Suchtkrankenhilfe der Caritas Rheine. Man
fühlt sich zunehmend niedergeschlagen, fragt sich warum es nicht mehr so klappt
wie zu Anfang und vor allem wie man es zuhause dem Partner gegenüber erklären
soll, dass spätestens zur Monatsmitte schon wieder Ebbe auf dem Konto herrscht.
Eine Spirale aus Lügen, Vertuschungen und der Jagd nach Geld ist oftmals die
Folge. Der Spieldruck, dieser innere Zwang zu spielen, gewinnt zunehmend die
Macht über den Spieler – die Spielhalle wird zum Mittelpunkt. Der Ärger zuhause
ist vorprogrammiert und auch bei der Arbeit gibt es die ersten Probleme zum
Beispiel durch die ständigen Verspätungen nach durchspielten Nächten. „Kurzum,
es ist etwas aus der Bahn geraten, das Vergnügen ist schon längst verschwunden“,
erklärt Schoppe. Der Zwang zu spielen tritt in den Vordergrund. „Jetzt muss der
Spieler spielen, weil er glaubt sich nur so vor dem Zusammenbruch der wirtschaftlichen
und privaten Verhältnisse retten zu können“, so der Caritas-Suchtberater.
So oder so ähnlich verlief der Weg vieler Glücksspieler, die in der Fachstelle
Glücksspielsucht der Ambulanten Suchtkrankenhilfe des Caritasverbandes Rheine
Rat und Hilfe suchen. In einem ersten Beratungsgespräch mit einem Suchtberater
wird zu Anfang die Situation beleuchtet und gemeinsam nach Wegen aus der
Glücksspielabhängigkeit gesucht. Neben der Möglichkeit regelmäßige
Beratungsgespräche in Anspruch zu nehmen, gehört unter anderem auch die
Vermittlung in eine ambulante oder stationäre Therapie zum Angebot der Ambulanten
Suchtkrankenhilfe. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Geld- und
Schuldenmanagement. Darüber hinaus findet im alkoholfreien Café Oase des
Caritasverbandes Rheine 14-tägig eine angeleitete Spielergruppe statt, die von
einem Suchtberater der Fachstelle Glücksspielsucht und einem spielabstinenten
Glücksspieler angeleitet wird.
Das Angebot der Fachstelle Glücksspielsucht richtet sich neben den
Automatenspielern in Spielhallen und Gaststätten auch an Spielbankspieler,
Börsenspieler (Daytrader) sowie an die Nutzer von Online- Glücksspielen wie Poker
und Onlineroulette. Selbstverständlich finden auch die Angehörigen von
Glücksspielern in der Fachstelle Hilfeangebote in Form von Einzel- und
Familiengesprächen. Weitere Informationen gibt es bei Frank Schoppe in der Ambulanten
Suchtkrankenhilfe des Caritasverbandes Rheine unter der Telefonnummer 05971-862-360
oder im Internet unter
www.caritas-rheine.de
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