Caritasverband Rheine, 22.09.2009

Wer träumt nicht vom großen Glück

Fachstelle Glücksspielsucht der Caritas-Suchtkrankenhilfe bietet kompetente und vertrauliche Hilfe für glückspielsüchtige Menschen

Rheine. cpr. Wer träumt nicht vom großen Spielglück, das scheinbar schnell und unkompliziert zu haben ist? Und oftmals scheint es gerade zu Anfang einer „Spielerkarriere“ zu funktionieren. Es kommt die Serie, die Chance, den großen Jackpot zu knacken, verbunden mit dem Gefühl „Ja siehst Du, es geht doch und dazu noch so einfach!“. Aus den gelegentlichen und anfänglich harmlosen Besuchen in der Spielothek wird oftmals doch ein häufigeres „Vergnügen“. Es ist angenehm dort, neben der Möglichkeit zu gewinnen stört niemand und ein Kaffee ist auch zu haben. Hier kann man abschalten, den Alltag mit all seinen Schwierigkeiten für eine Weile vor der Tür lassen und wenn dazu noch regelmäßig die Kasse klingelt ist es doch eigentlich perfekt oder?

Ja, das wäre ein schöner Traum wenn nicht die jetzt häufiger werdenden schlechten Tage überwiegen würden, mit großen finanziellen Verlusten und den vergeblichen und zunehmend verzweifelten Bemühungen sich das Geld zurückzuholen. „In dieser Situation liegt bereits ein problematisches Spielverhalten vor und die Fähigkeit das Spiel verantwortungsvoll zu steuern nimmt weiter ab“, erklärt Frank Schoppe von der Ambulanten Suchtkrankenhilfe der Caritas Rheine. Man fühlt sich zunehmend niedergeschlagen, fragt sich warum es nicht mehr so klappt wie zu Anfang und vor allem wie man es zuhause dem Partner gegenüber erklären soll, dass spätestens zur Monatsmitte schon wieder Ebbe auf dem Konto herrscht. Eine Spirale aus Lügen, Vertuschungen und der Jagd nach Geld ist oftmals die Folge. Der Spieldruck, dieser innere Zwang zu spielen, gewinnt zunehmend die Macht über den Spieler – die Spielhalle wird zum Mittelpunkt. Der Ärger zuhause ist vorprogrammiert und auch bei der Arbeit gibt es die ersten Probleme zum Beispiel durch die ständigen Verspätungen nach durchspielten Nächten. „Kurzum, es ist etwas aus der Bahn geraten, das Vergnügen ist schon längst verschwunden“, erklärt Schoppe. Der Zwang zu spielen tritt in den Vordergrund. „Jetzt muss der Spieler spielen, weil er glaubt sich nur so vor dem Zusammenbruch der wirtschaftlichen und privaten Verhältnisse retten zu können“, so der Caritas-Suchtberater.

So oder so ähnlich verlief der Weg vieler Glücksspieler, die in der Fachstelle Glücksspielsucht der Ambulanten Suchtkrankenhilfe des Caritasverbandes Rheine Rat und Hilfe suchen. In einem ersten Beratungsgespräch mit einem Suchtberater wird zu Anfang die Situation beleuchtet und gemeinsam nach Wegen aus der Glücksspielabhängigkeit gesucht. Neben der Möglichkeit regelmäßige Beratungsgespräche in Anspruch zu nehmen, gehört unter anderem auch die Vermittlung in eine ambulante oder stationäre Therapie zum Angebot der Ambulanten Suchtkrankenhilfe. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Geld- und Schuldenmanagement. Darüber hinaus findet im alkoholfreien Café Oase des Caritasverbandes Rheine 14-tägig eine angeleitete Spielergruppe statt, die von einem Suchtberater der Fachstelle Glücksspielsucht und einem spielabstinenten Glücksspieler angeleitet wird.

Das Angebot der Fachstelle Glücksspielsucht richtet sich neben den Automatenspielern in Spielhallen und Gaststätten auch an Spielbankspieler, Börsenspieler (Daytrader) sowie an die Nutzer von Online- Glücksspielen wie Poker und Onlineroulette. Selbstverständlich finden auch die Angehörigen von Glücksspielern in der Fachstelle Hilfeangebote in Form von Einzel- und Familiengesprächen. Weitere Informationen gibt es bei Frank Schoppe in der Ambulanten Suchtkrankenhilfe des Caritasverbandes Rheine unter der Telefonnummer 05971-862-360 oder im Internet unter www.caritas-rheine.de .

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